Ich bin es langsam leid, Wirtschaftsdaten zu posten
aber dass das GfK Konsumklima seit über drei Jahren negativ ist, ist schon heftig










Gewicht des Gulden
Die Rheinischen Gulden waren nach Gewicht und Gepräge noch echte Florine: 66 Rheinische Gulden ergaben in Summe eine “Kölner Mark”, eine damals verbreitete Gewichtseinheit, welche ein halbes Pfund ergab.
Exakt sind es 233,856 Gramm. Das Raugewicht eines Gulden betrug also 3,543 g, der Feingehalt von 23½ Karat bedeutete ein Feingewicht von 3,469 g.
Nur am Rande und zur Orientierung: Heute, den 14.02.2025 wäre ein Gulden in € gemessen 312,52 € wert.
Feinheit des Gulden
Doch schon mit Gründung des Münzvereines wurde der Feingehalt auf 23 Karat reduziert ( 3,396 g Gold )
Bis 1417 blieb zumindest das Raugewicht konstant, der Goldanteil wurde jedoch über 22½ Karat im Jahr 1399 ( 3,322 g Gold), 22 Karat 1409 (= 3,248 g) bis auf 20 Karat (= 2,952 g) abgesenkt.
Echtheit des Gulden
An dieser Stelle kurz angemerkt: Ein Goldstandard ist sicher besser als unser heutiges Fiatgeld. Jedoch merken die Menschen bereits im Mittelalter, dass Goldmünzen anfällig für Betrug sind. So wurden die Ränder abgeschliffen, woraufhin der Goldgehalt sank. Es gab auch Fälle in welchen Goldmünzen aus Blei gegossen und lediglich mit einer hauchdünnen Schicht Gold überzogen wurden. Daher bissen Menschen in die weiche bleierne Münze, um deren Echtheit zu prüfen.
Begeben wir uns gedanklich in die Gegenwart, sind wir nach wie vor nicht von Betrug geschützt. Bitcoin hingegen wird im Schnitt alle 10 Minuten einer Prüfung unterzogen.
Für einen besseren Überblick, kannst du dir die Vorteile Bitcoins gegenüber Gold in der unten stehenden Tabelle ansehen, die ich mir vom Blocktrainer Forum geliehen habe ;)
Zurück ins Spätmittelalter
Der Rheinische Gulden setzt sich laut Andrej ab 1386 schnell auch überregional durch und bleibt auch im restlichen Spätmittelalter eine Art “Leitwährung”. Natürlich gibt es regional auch andere Münzprägungen, alle jedoch orientieren sich an der einheitlichen Gewichtung.
Bevor wir uns die Preise ansehen, müssen wir zunächst das Einkommen kennen, um uns ein gutes Bild verschaffen zu können:
Zur Einordnung:
1 Gulden = 240 Heller / 0,014 g Gold
Da der Tageslohn für größere Anschaffungen etwas sperrig daherkommt, hat Andrej auch den Jahreslohn erforscht und folgendermaßen präsentiert:
Mieten ist en vogue
Andrej merkt an, dass sogar die wohlhabenden Patrizier vorrangig zur Miete wohnten, obwohl sie sich gut und gerne mehrere Immobilien hätten leisten können. Warum haben sie die Immobilien nicht gekauft? Weil es außer der Nutzung selbst, keinem Grund gab.
Niemand sah die Not, sein Geld in “wertsteigernde Assets” zu verschieben um die Preisinflation zu schlagen. Es gab aufgrund des Goldstandards kaum Preisinflation.
Hier die JÄHRLICHEN Mietkosten, die Andrej aufzählt:
Maurer in Freiburg: 2 Gulden
Handwerker: 4 Gulden, ein bereits gutes Einkommen
Bierbrauer in Frankfurt: 5 Gulden
Stadtschreiber in Augsburg: 10 Gulden
Stadtarzt in Ulm: 15 Gulden
Andrej fügt hinzu:
0-1,5 Gulden - unterhalb der Mittelschicht, prekäre Zustände ( Tagelöhner)
1,5 - 5 Gulden - Kleinbürgerlich, Mittelschicht
5 und mehr Gulden - Wohlhabende
Sprich, ein Maurer, der im Jahr 41 Gulden erwirtschaftete, lebte in “kleinen Verhältnissen” von 39 Gulden NACH ABZUG DER JAHRESMIETE. Ich bin mir sicher, dieser Mensch wusste noch, was Sparen heißt.
HAUSPREISE
Andrej spricht über die Preise, ich habe sie hier zu einer Tabelle zusammengefasst

Das Albrecht-Dürer Haus in Nürnberg
Nun kennen wir die Hauspreise verschiedener Kategorien, von dürftig (1-2 Personen) bis prächtig ( fünfstöckiges Albrecht-Dürer Haus)
Wie sieht es mit der Erschwinglichkeit aus?
Wir kennen es und können es bald nicht mehr hören. In der westlichen Welt sind die Hauspreise in den vergangenen Jahrzehnten teils astronomisch angestiegen. Die “eigenen vier Wände” sind inzwischen zur “Wertanlage” verkommen. In Wirklichkeit sehen wir die Flucht der Cantillon Profiteure aus der jeweiligen Währung in ein physisches Asset, welches die Kaufkraft halbwegs solide in die Zukunft transportiert.
Leidtragende sind Mittelständische, die einfach nur wohnen wollen. Die Erschwinglichkeit eines Hauses in den USA ist auf historischem Tiefststand. Es ist teils so, dass es sich eher lohnt zu mieten, da der Kaufpreis plus hohe Zinskosten dazu führt, dass die ein Leben lang gemietete Immobilie günstiger ist, als das Haus im Eigentum.
Das durchschnittliche Einkommen in den USA beläuft sich im Jahr 2023 auf $ 80.610
Gleichzeitig liegt der Median Hauspreis in den USA bei $ 419.200
Das entspricht 5,2 Jahreslöhnen eines durchschnittlichen Einkommens
Wie sah das im 15. Jahrhundert aus?
Der “Mittelstand” hätte sich ein Haus der unteren Mittelklasse mit einem Jahreslohn leisten können. Heute bräuchte man also 3-5,2 mal so lange, je nach Einkommen.
Ein solides, ganz normales Wohnhaus schlug mit 3,7 Jahreslöhnen zu Buche, immer noch deutlich erschwinglicher.

Auch die Renditen der 10y US-Anleihen reagieren sofort und schnellen nach oben.
Nach einem Monat der Konsolidierung scheint der Boden hier gefunden.
Wir beobachten weiter, ob die Anleihenrenditen sich in den kommenden Wochen der 5% Marke annähern

