Foreign Affairs:
The World Will Come to Miss Western Hypocrisy (Die Welt wird die westliche Heuchelei vermissen) – Auszug (übersetzt): „Wenn Großmächte sich gezwungen sehen, ihr Verhalten moralisch zu rechtfertigen, gewinnen schwächere Staaten an Einfluss. Sie können sich auf gemeinsame Standards berufen, das Völkerrecht anführen und die Übereinstimmung von Rhetorik und Handeln fordern. Doch ohne die Notwendigkeit, auch nur den Anschein von Prinzipien aufrechtzuerhalten, kann ein mächtiges Land tun, was es will, im Wissen, dass es nur durch die Macht anderer eingeschränkt werden kann. (…) Wenn Großmächte sich nicht mehr gezwungen sehen, ihr Verhalten zu rechtfertigen, werden Streitigkeiten, die einst als Auseinandersetzungen um Legitimität ausgetragen wurden, zunehmend zu Machtproben. (…) Diese Verschiebung mag für die mächtigsten Staaten (…) beherrschbar erscheinen. Für das globale System als Ganzes ist sie jedoch weitaus destabilisierender. Ohne den Druck der Heuchelei, der sie normalerweise einschränkt, operiert Macht mit weniger Puffern und vermittelnden Institutionen. Es entsteht eine unverhohlene Hierarchie, in der Kooperation schwerer aufrechtzuerhalten ist und Konflikte eher eskalieren.“
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